Salita Entwicklung Salita – 4 Wochen zum Spiel
Salita – 4 Wochen zum Spiel 23.05.2017 - 11:50 3
Folgenden Nutzern gefällt das Design: damios, Michael, krazun

Vier sehr intensive Woche sind nun vorüber und am Ende steht tatsächlich ein fertiges, spielbares Spiel, das sogar Spaß macht – behaupte ich mal. Ich weiß nicht so recht, wo ich anfangen soll, also beginne ich vielleicht am Anfang.

Am Anfang stand die Idee. Handeln, bauen und produzieren sind ziemlich viele Anforderungen, wie ich finde. Ich hatte schon immer mal die Idee eines Spiels im Stile der Medici – dass man eine Familie managen muss – und mir auch schon mal Gedanken über ein Spielkonzept gemacht, in dem Zeit sofort verstreicht, wenn man etwas macht und man nicht erst warten muss, bis man die nächste Aktion anstoßen kann. Beides hatte ich aber immer nur im Hinterkopf und nie wirklich fokussiert, weil das ja total zeitintensiv wäre, wenn man das mal umsetzen würde – ich sollte Recht behalten.

So habe ich dann aber entschieden, drei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Die Themenvorgabe in das 15. Jahrhundert nach Italien verfrachten und Aktionen durch das Zeitsystem umzusetzen. Es folgte Recherche zu den Gilden und Zünften in Florenz und das Thema hat mir gleich gut gefallen. Die Gebäudetypen und Waren standen recht schnell, nachdem ich mich auf 12 Gilden festgelegt hatte.

Es hätte ein guter Start werden können, wenn da nicht noch das Programmieren gewesen wäre wink

Nachdem ich Libgdx frustriert in die Ecke geschmissen habe, stand etwas Anzeigbares, im Prinzip nur ein „Hello World“, erst eine Woche nach Themenvergabe. Beim nächsten Mal werde ich mich also vorher schon mit den Tools beschäftigen, die ich dann verwende wink

Dass ich was aus HTML und CSS zusammengekleistert habe, ist auch schon etwas länger her gewesen, sodass es im Frontend nicht wirklich flott voran ging. Auch, dass ich von Java auf Javascript umgeschwenkt bin, hat sicherlich nicht zum guten Vorankommen beigetragen. Ich wollte aber sowieso schon immer mal in Javascript reinschnuppern, sodass ich auch hier wieder mehrere „das-wollte-ich-schon-immer-mal“ mit einander verbinden konnte. Der Game Jam hat also schon frühzeitig wahnsinnig viel neues Wissen und neue Erkenntnisse hervorgebracht. Und es sollten noch mehr kommen.

Eine weitere Erkenntnis ist nämlich die, dass das wohl auf absehbare Zeit zumindest in diesem Umfang das erste und auch letzte Mal war, dass ich was mit Javascript gemacht habe. Hat mir so gar nicht zugesagt.

Der Funktionsumfang ging dennoch im Gegensatz zu allem, was mit der GUI zu tun hat, recht flott voran. Funktionen umzusetzen hat bei weitem nicht so viel Mühe bereitet, wie diese Funktionen dem Nutzer dann auch zugänglich zu machen. Wichtige Erkenntnis hierbei: GUI-Programmierung macht mir zwar Spaß, ich brauche dafür aber viel zu lange. Allein alles, was man jetzt mit der Karte anstellen kann, umzusetzen und auszutesten, war bestimmt auch ein Tag Arbeit. Im Gegensatz dazu fiel mir z. B. die Simulation wahnsinnig leicht.

Ich habe es mir dann nicht wirklich leichter gemacht mit der Entscheidung nach zwei Wochen, auch noch Grafiken zu erstellen. Das war tatsächlich noch einmal zeitintensiver als alles zuvor. Geschätzt hat mich das Heraussuchen, Bearbeiten und Erstellen der Grafiken ungefähr anderthalb Wochen auf Trab gehalten. Auch das hat Spaß gemacht und ich bin schon überrascht, wie zufrieden ich mit dem Ergebnis bin, allerdings werde ich in Zukunft noch einmal einen völlig anderen Blick auf alles Grafische haben. Jeder, der da tolle Grafiken innerhalb von Stunden erstellt, hat meinen größten Respekt!

Ich denke, für den Leser war es vielleicht ohne Waren und Gebäude etc. lange Zeit nicht so ganz klar, was das eigentlich werden soll, aber auf dem Papier hatte ich das nebenher schon alles durchgeplant, nur noch nicht in Form gegossen. Ein Abend hat dann quasi gereicht, um auch inhaltlich dazu beizutragen, dass es nach Spiel aussieht. Allerdings dachte ich, dass ich dann nur noch schnell die Preise, Produktionsdauern etc. anpassen muss, damit es ein Spiel wird, aber auch hier habe ich mich mal wieder geirrt. Ich habe festgestellt, dass Balancing noch einmal eine Wissenschaft für sich ist und vielleicht sogar den Unterschied zwischen einer guten Idee und einem guten Spiel macht. Ich denke, darauf werde ich bei zukünftigen Projekten einen ganz besonderen Wert legen.

 

Von 0 auf 100, könnte ich vielleicht zusammenfassend sagen. Ich habe wahnsinnig viel zum ersten Mal gemacht, und es ist schon ein befriedigendes Gefühl, zu wissen, dass ich mich in das alles so gut einarbeiten konnte. Neben dieser ist die vielleicht wichtigste Erkenntnis auch die: Ich habe konsequent den Zeitaufwand unterschätzt. Bei allem. Das wird in Zukunft hoffentlich besser.

 

Ich möchte auch allen danken, die den Fortschritt verfolgt haben, die das Spiel getestet haben und die das Spiel spielen (werden). Ein ganz besonderer Dank geht an diejenigen, die mir während der Entwicklung ihr Feedback gegeben haben. Ohne euch würden alle Spieler vermutlich wie ein Schwein ins Uhrwerk gucken und nicht wissen, was sie tun sollen sad


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07.06.2017 - 11:54
krazun
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Danke für den Erfahrungsbericht, sehr spannend zu lesen. Ganz schön Umfangreich ist Salita geworden was die Gebäude und Waren angeht. Und beeindruckend das du in der Zeit auch noch die Techniken evaluieren und lernen musstest und sogar alle Grafiken selbst erstellt hast 

Toll das du durch die GameJam so viel neues gelernt hast und das als Anlass für den JS Schnupper-Crashkurs nehmen konntest, sowas ist natürlich ein Idealfall ;)

krazun
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