Spiele-Streaming – Die Zukunft des Gamings?

11.07.2017 - 11:36
eitelkalk
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Mittlerweile kann man Inhalte aller Art streamen. Und auch in das Spiele-Streaming-Geschäft kommt frischer Wind. Nachdem die PlayStation Now noch in diesem Jahr nach Deutschland kommen soll, gibt es nun auch Hoffnung für den Indiebereich.

Youtube streamt Videos, Netflix Filme, Spotify Musik. Was in der Reihe noch fehlt, sind Spiele. Vor kurzem hat Sony nun angekündigt, dass die PlayStation Now noch in diesem Jahr auch nach Deutschland kommen soll. Damit können auch hierzulande Spiele gestreamt werden, ohne sie separat herunterladen zu müssen. Nicht nur auf die PlayStation, sondern sogar auch auf Windows Rechner.

Sony tritt damit in Konkurrenz zu anderen Anbietern, wie zum Beispiel NVIDIA, die mit der GeForce Now ebenfalls Streaming anbieten und mit NVIDIA Grid die Möglichkeit bieten, Spiele über die Cloud spielbar zu machen. Tatsächlich gibt es viele Namen für das Netflix der Spiele: Cloud gaming, Gaming-On-Demand, Gaming as a Service. Die Idee ist gut. Keine Downloads, so viel spielen wie man will, Spiele anspielen, ohne sie explizit kaufen zu müssen… Doch die Idee ist so gut, dass sie schon überraschend lange existiert. Schon 2000 gab es die ersten Gehversuche von G-Cluster und 2010 startete OnLive seinen Gaming-Service. Mittlerweile wurde OnLive allerdings aufgekauft – von Sony.

Viele Jahre gab es nur zögerliche Versuche, die dem Cloud gaming nicht zum Durchbruch verhelfen konnten. Jetzt scheint die Zeit gekommen zu sein. Mit Jump startet nun auch der erste Streaming-Anbieter, der sich voll und ganz auf Indiegames fokussiert. In der Beta-Testphase, für die man sich registrieren kann, gibt es bereits mehr als 60 Indie-Spiele aller Genres. Bis zu 100 Spiele sollen dann zum offiziellen Start verfügbar sein. Spieler zahlen voraussichtlich 10 Dollar monatlich und können dann so viel spielen, wie sie wollen. Besonders interessant ist das Konzept aber auch für Entwickler: Zum einen muss man seine Spiele nicht mehr für möglichst viele Plattformen anpassen, zum anderen werden die Entwickler nach Spieldauer bezahlt, wie CEO Anthony Palma Gamasutra mitteilte.

Jump - Indie Games on Demand

Ein erster Screenshot der On Demand Indie-Gaming Plattform Jump. Quelle: Gamasutra.

Was denkt ihr? Ist das Streaming von Spielen die Zukunft in der Spielebranche? Insbesondere auch für die Indieszene?

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Kommentare
11.07.2017 - 12:36
krazun
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Ich finde die Idee von Spiele-Streaming sehr interessant und nachdem man sich schon so sehr an das Streamen von Musik und Filmen gewöhnt hat, ist das nur eine logische Weiterentwicklung. So wie ich das mitbekommen habe sind die Preise mittlerweile in einer guten Region (GeForce Now 8€/Monat, das ist echt ok) und die Technik soll auch sehr gut sein, so das man als normaler Gamer mittlerweile alles ohne Probleme Streamen kann. (Von ambitionierten FPS Spielern wo es auf jede Millisekunde ankommt mal abgesehen).

Allerdings gibt es momentan noch keinen Anbieter dessen Bibliothek alle Spiele-wünsche abdeckt. Alle Steam-Spiele für 10€/Monat Streamen können, das wärs ;)

Der für mich beste Vorteil dabei wäre: Man könnte auf teure Gaming PCs komplett verzichten und zum arbeiten/spielen nur noch ein leichtes, hübsches, dünnes Notebook benutzen. Da die Rechenleistung dann aus der Cloud kommt könnte man sogar 10-12 Stunden auf dem Akku am Lappi High-End Spiele zocken ;)

Das jetzt auch eine Streaming Plattform gezielt für Indie-Spiele kommt finde ich prinzipiell super. Auch für die Entwickler könnte es eventuell lohnenswert sein Geld pro Spielstunde zu bekommen, insofern die höhe der Vergütung angemessen ist. Allerdings sehe ich etwas weniger Vorteile als bei Geforce Now und co., da die meisten Indie Games sowieso deutlich günstiger sind und von der Grafik her auch auf den meisten Laptops ohne Probleme laufen. Aber wenn man öfters zockt hat man auch dort die Monatsgebühr fix wieder raus und alles anspielen zu können ohne es jedesmal extra installieren zu müssen hat auch seinen Charme ;)

 


12.07.2017 - 18:02
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Zufällig passend zum Thema: Gestern ist die Android Beta von LiquidSky raus gekommen und ich habe das ganze mal kurz angetestet. Muss sagen ich bin echt beeindruckt. Aktuell gibt es den Client für Windows und für Android und im Gegensatz zu vielen anderen Streaming Diensten ist man nicht darauf angewiesen das die ein schönes Portfolio an Spielen aufbauen. Was im vorherigen Kommentar noch von mir gewünscht geht da: Steam, Battle.Net, Origin, GoG und co. in vollem Umfang. Im Prinzip ist das eigentlich ein persönlicher Server auf dem man einen richtigen Windows Desktop hat und installieren kann was man möchte. Habe grade ne Runde Diablo 3 auf dem Smartphone gespielt und es ging überraschend gut ;)

Die Preise sind auch okay, es gibt sogar eine Free-Variante wo man durch das ansehen von Werbung ein wenig von der Währung bekommt die man zum spielen braucht. Werde das mal weiter testen und wenn der Dienst was taugt überlege ich ernsthaft mir anstatt einem Gaming PC oder Gaming Laptop in Zukunft nur noch Preiswerte Laptops zum arbeiten zu holen und über den Dienst dann trotzdem jeden High-End Grafik kracher mit mindestens 60 FPS darauf zocken zu können. Da ich sowieso nur sehr selten zum Spielen komme kommt es mir auch sehr entgegen das die auch Angebote ohne Monatsabo haben. Man kauft dann nur Spielzeit und verbraucht diese auch nur wenn man wirklich zockt. Spielt man nicht fallen dabei auch keine kosten an und die Latenz und Grafikqualität ist bisher beeindruckend. Bin gespannt ob das nach längeren Tests alles so bleibt.


12.07.2017 - 18:28
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Nun, meine Verbindung geht manchmal schon in die Knie, wenn ich einen HD Film schaue, da weiß ich gerade nicht, ob nicht old fashioned bei "normalen" Browsergames bleibe.

 


14.07.2017 - 10:46
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Viel mehr als der Stream eines normalen Films braucht man dafür auch nicht. Aber eine Stabile Verbindung ist natürlich trotzdem nötig, weil es sonst deutlich weniger Spaß macht. Wenn bei einer kritischen Stelle im Spiel das Internet spinnt ist das natürlich deutlich nervig als wenn man ein paar Sekunden Bildartefakte im Film hat.

Da sind Browsergames natürlich stabiler. Viele stört es ja nicht mal wenn das Internet mal ein paar Sekunden komplett weg ist ;)


14.09.2017 - 07:32
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Gebe ich momentan 96,- oder 120,- Euro im Jahr für Spiele aus? Nein. In diesem Jahr waren es 2,76 (oder so ähnlich) für ein altes DOS-Spiel. Soviel dazu.

Es wird so kommen: Die Streaming-Preise sinken auf 5,- oder 4,- oder 3,- ($ / €). Das Geschäft boomt, konventionelle Spiele werden nicht mehr angeboten, die Streamingpreise erhalten eine 0 vor dem Komma.

 

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14.09.2017 - 14:40
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Gebe ich momentan 96,- oder 120,- Euro im Jahr für Spiele aus? Nein. In diesem Jahr waren es 2,76 (oder so ähnlich) für ein altes DOS-Spiel. Soviel dazu.

Eigentlich dachte ich, dass ich dir in diesem Punkt widersprechen müsste, aber ich habe gerade in meinem Steam-Account nachgeschaut: Auch ich gebe im Jahr keine 120€ für Spiele aus. Das kommt natürlich immer auf den Spielegeschmack an (lieber Indiespiele oder immer das neuste COD), aber mit weniger als 3€ bist du sicher ein Ausreißer nach unten. Da ist es kein Wunder, dass momentane Streaming-Angebote (vor allem preislich) keine adäquate Alternative für dich darstellen.

Der Vorteil bei solchen Plattformen ist aber auch der, dass man Spiele spielen kann bzw. auch spielt, die man sonst eben nicht spielen würde – sei es wegen des Preises oder der Anforderungen, was dann natürlich den höheren Preis rechtfertigen kann.

Es wird so kommen: Die Streaming-Preise sinken auf 5,- oder 4,- oder 3,- ($ / €). Das Geschäft boomt, konventionelle Spiele werden nicht mehr angeboten, die Streamingpreise erhalten eine 0 vor dem Komma.

Origin Access, also das Abo-Programm von EA, kostet zur Zeit 3,99 € im Monat (überraschend billig, wenn ich so drüber nachdenke), allerdings ist da natürlich kein Streaming dabei. D.h. zusätzlich zu den "Mietkosten" der Spiele kommt ja dann noch der Preis für Rechenleistung hinzu. Ganz so niedrig wie deine Einschätzung würde ich also nicht gehen, aber ich denke auch, dass Game-Streaming in den kommenden Jahren definitiv preiswerter werden wird und dadurch eine praktische und günstige Alternative zum konventionellen Spiele-Kauf darstellt.


14.09.2017 - 23:07
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Da für mich Computerspiele als Abo-, Miet- oder Streaming-Programm in diesem Leben nicht mehr in Frage kommen, ist das für mich alles sehr theoretisch und ich kenne mich 0 damit aus; zudem hatte ich auch noch nie einen Steam-Account - eben aus dem Grund, dass ich solche Konzepte nicht mag. Dazu kommt, dass ich - ausser Browsergames - ohnehin sehr wenige Spiele spiele, und dies auch eher selten. Und wenn, dann sind es doch nur eine handvoll "oller Kamellen".

Unbeschadet meiner persönlichen Vorlieben wird das Streaming ein bombastischer Erfolg werden, davon bin ich felsenfest überzeugt.

Was das Argument "dass man Spiele spielen kann bzw. auch spielt, die man sonst eben nicht spielen würde" angeht: Es gab/gibt so etwas wie ShareWare - damit hatten auch kleine Entwickler eine reelle Chance; der finanzielle Erfolg lag in der Verantwortung der Nutzer. Wie wird das beim Streaming aussehen? Knebelverträge mit horrenden Abgaben (siehe Steam). 

Mir ist klar, dass ich mit meiner Einstellung und meinem Nutzungsverhalten auf relativ verlorenem Posten stehe - hier ist vielleicht ein "Lethal Weapon"-Zitat angebracht: "Ich bin zu alt für diesen ..."

Doch wie gesagt, bin ich der Meinung, dass sich Streaming durchsetzen wird - schon weil es der Spieleindustrie noch mehr in die Kassen spült.